Sprachkombinationen

 

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Dolmetschen zwischen einer bestimmten Gebärdensprache und einer bestimmten Lautsprache kann in unterschiedlichen Sprachkombinationen erfolgen. Die häufigste Sprachkombination ist dabei sicherlich das Dolmetschen zwischen Deutsch und der ÖGS. In letzter Zeit werden jedoch auch Aufträge immer häufiger, bei denen auch IS (International Sign) und Englisch als Arbeitssprachen gefragt sind. So dolmetschen die GebärdensprachdolmetscherInnen im ÖGSDV unter anderem auch zwischen Englisch und der ÖGS, IS und der ÖGS, oder zwischen IS und Englisch bzw. IS und Deutsch.

 

Dolmetschen zwischen Deutsch und der ÖGS

Beim Dolmetschen zwischen Deutsch und der ÖGS (der Österreichischen Gebärdensprache) handelt es sich um die häufigste Sprachkombination, mit der GebärdensprachdolmetscherInnen arbeiten. Dabei werden wie bei allen Formen des Gebärdensprachdolmetschens mit egal welcher Sprachkombination die Inhalte der einen Sprache in der anderen Sprache wiedergegeben, sodass sowohl gehörlose als auch hörende KundInnen den Inhalt vollständig verstehen können.

Dolmetschen zwischen Englisch und der ÖGS

Das Dolmetschen aus der englischen Lautsprache in die ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) und umgekehrt stellt heute im Berufsalltag von DolmetscherInnen in Österreich noch eher eine Seltenheit dar. Der internationale Austausch zwischen Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaften in Europa nimmt allerdings stetig zu, womit auch hierzulande die Nachfrage nach Dolmetschleistungen in dieser Sprachkombination steigt.

Bei internationalen Kongressen und Veranstaltungen ist Englisch zumeist die Konferenzsprache, was für österreichische GebärdensprachdolmetscherInnen fast immer eine Fremdsprache ist. Sie müssen daher über ausgezeichnete sprachliche und kulturelle Kenntnisse verfügen, um zwischen Englisch und der ÖGS dolmetschen zu können. Europaweit gibt es in nicht-englischsprachigen Ländern jedoch nur sehr wenige GebärdensprachdolmetscherInnen, die Englisch gut genug beherrschen, um zwischen Englisch und ihrer nationalen Gebärdensprache dolmetschen zu können (vgl. de Wit 2010). Da es in Österreich keine Ausbildung für das Dolmetschen zwischen Englisch und der ÖGS gibt, hat sich der Großteil der DolmetscherInnen, die solche Aufträge annehmen, diese Fähigkeit durch „learning by doing“ in der Praxis erworben.

Das Dolmetschen zwischen Englisch und der ÖGS ist eine besonders anspruchsvolle Tätigkeit mit spezifischen Anforderungen und Herausforderungen sowohl in der Rezeption als auch in der Produktion. So stellt schlechte Akustik beispielsweise ein besonderes Problem für die Rezeption des englischen Textes dar. Zudem erschweren Faktoren wie Akzente, unübliche Satzstrukturen oder die mangelhafte Englischkompetenz von RednerInnen mit einer anderen Muttersprache als Englisch das Verstehen. Da es sich bei Aufträgen, bei denen Englisch die Arbeitssprache ist, meist um sehr anspruchsvolle Einsätze mit zusätzlichen Schwierigkeiten handelt (Fachkonferenzen, politische Verhandlungen etc.), spielen Vorbereitung und gute Teamarbeit eine besonders wichtige Rolle.

Dolmetschen zwischen IS und der ÖGS

Wenn gehörlose Menschen aus unterschiedlichen Ländern aufeinandertreffen, wird zumeist nicht in der eigenen Landes-Gebärdensprache, sondern vorwiegend in International Sign (IS) miteinander kommuniziert (z.B. bei Treffen des WFD oder EUD). Daher wird IS oftmals auch als Konferenzgebärdensprache bezeichnet. IS ist ein spontanes Kommunikationsmittel/-system, welches Einflüsse aus unterschiedlichen Gebärdensprachen in sich vereint.

International Sign ist keine vollwertige Sprache, da sie keine fixe grammatikalische Struktur aufweist. Die einzelnen Gebärden sind stark ikonisch ausgerichtet und Mimik, Gestik und Körpersprache stehen verstärkt im Vordergrund. Zum Teil werden in bestimmten Situationen (z.B. Konferenzen, Festivals etc.) IS-Gebärden angewendet. Die gehörlosen GebärdensprachdolmetscherInnen, die IS-kompetent sind, dolmetschen diese simultan in die ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) und umgekehrt. Einsatzbereiche sind meistens internationale Konferenzen, Kongresse, Vorträge von internationalen Gastvortragenden, sowie Termine mit gehörlosen MigrantInnen, die keine ÖGS-Kompetenzen haben.

Dolmetschen zwischen IS und Englisch bzw. zwischen IS und Deutsch

Wie schon zuvor beschrieben ist bei internationalen Konferenzen meist Englisch bzw. IS (International Sign) die Konferenzsprache. Für gehörlose KonferenzteilnehmerInnen wird in solchen Fällen aus der IS in die ÖGS (Österreichische Gebärdensprache) gedolmetscht. Ebenso müssen Beiträge, die in IS gehalten werden, für hörende TeilnehmerInnen in die englische oder deutsche Lautsprache gedolmetscht werden. Aus diesem Grund sind auch Dolmetschleistungen mit diesen Sprachkombinationen immer öfter erforderlich.